Warum Transparenz bei gebrauchten Elektroautos entscheidend ist

Viele Konsument:innen stehen dem Kauf eines gebrauchten Elektroautos skeptisch gegenüber. Ist es ein nachhaltiges Schnäppchen – oder ein Risiko mit unklaren Folgekosten? Genau diesen Fragen gingen Andreas Engel und Wilma Fasola im Podcast „Elektrogeflüster“ nach. Zu Gast war Alberto Sanz de Lama, Managing Director von AutoScout24 bei der SMG Swiss Marketplace Group. Mit fundiertem Expertenwissen und aktuellen Marktdaten von AutoScout24 ordnete er die Entwicklung des Occasionsmarkts für Elektrofahrzeuge ein.

Mehr Angebot, sinkende Preise

Die Marktzahlen von AutoScout24 zeigen rückblickend auf 2025 eine klare Entwicklung: Der Occasionsmarkt gewann weiter an Bedeutung – insbesondere bei elektrifizierten Fahrzeugen. So wurden im Jahresverlauf rund 16 Prozent mehr gebrauchte batterieelektrische Fahrzeuge inseriert als noch 2024. Bei gebrauchten Mild-Hybriden lag das Wachstum sogar bei über 30 Prozent. „Wir haben 2025 deutlich mehr Auswahl und mehr Wettbewerb gesehen“, erklärt Alberto Sanz de Lama. „Dieses grössere Angebot hat für Preisdruck gesorgt und Elektrofahrzeuge für eine breitere Zielgruppe zugänglicher gemacht.“ Entsprechend sanken die Durchschnittspreise: Gebrauchte batterieelektrische Fahrzeuge waren 2025 im Schnitt 8,3 Prozent günstiger als im Vorjahr. Bereits 2024 waren die Preise deutlich gefallen – insbesondere bei hochpreisigen Modellen aus dem Premiumsegment.

Die Batterie als zentrale Vertrauensfrage

Der Angebotspreis ist das eine – doch viele Kaufinteressierte beschäftigen vor allem die möglichen Folgekosten. Kaum ein Thema wurde im Podcast so intensiv diskutiert wie der Zustand der Batterie. Sie gilt weiterhin als grösster Unsicherheitsfaktor beim Kauf eines gebrauchten Elektroautos. „Die Sorge ist nachvollziehbar, aber nur teilweise begründet“, sagt Sanz de Lama. „Moderne Batterien sind zuverlässiger und langlebiger, als viele denken – und in den meisten Fällen durch eine Herstellergarantie von acht Jahren oder mehr abgesichert.“ Entscheidend sei jedoch, dass diese Informationen transparent und nachvollziehbar kommuniziert werden. Händler:innen spielen dabei eine zentrale Rolle. Angaben zum Batteriezustand (State of Health), zur Servicehistorie und zu bestehenden Garantien können Unsicherheiten deutlich reduzieren.

Vertrauen entsteht durch Information

Um genau hier anzusetzen, wird es auf AutoScout24 künftig die Möglichkeit geben, Batteriezertifikate direkt bei Inseraten hochzuladen. Diese liefern objektive Informationen zum Batteriezustand und schaffen Vertrauen – sowohl für Käufer:innen als auch für Verkäufer:innen. Auch das Nutzerverhalten bestätigt, wie wichtig Transparenz ist. So geht aus Nutzerinterviews hervor, dass aussagekräftige Fotos, realistische Preise sowie klare Angaben zu Kilometerstand, Fahrzeugzustand und Ausstattung entscheidend für das Interesse an einem Inserat sind. „Je vollständiger und nachvollziehbarer eine Anzeige aufbereitet ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Interessierte damit beschäftigen oder Kontakt aufnehmen“, so Sanz de Lama. Vertrauen entstehe dort, wo Informationen vergleichbar und verständlich seien.

2025 war ein Markt der Übergangsphase

Trotz des wachsenden Angebots im Jahr 2025 bleibt der Markt für gebrauchte Elektroautos insgesamt vergleichsweise klein. Während auf AutoScout24 bei Neuwagen rund jedes fünfte Fahrzeug ein Steckerfahrzeug war, lag der Anteil bei Gebrauchtwagen bei rund sechs Prozent. Gleichzeitig zeigte sich 2025, dass viele Käufer:innen weiterhin zögerten und Elektro-Occasionen häufiger längere Standzeiten aufwiesen.

Der Podcast macht deutlich: Ein funktionierender Occasionsmarkt ist zentral, um Fahrzeuge länger zu nutzen, Ressourcen zu schonen und nachhaltige Mobilität breiter zu verankern. Der datenbasierte Rückblick auf 2025 zeigt, dass sinkende Preise, wachsende Auswahl und zunehmende Transparenz wichtige Voraussetzungen sind – und dass sich der Markt für Elektro-Occasionen Schritt für Schritt weiterentwickelt.

Zum Podcast: 

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