Rückblick von AutoScout24: Fahrzeugpreise im Jahr 2022 auf Allzeithoch

2022 war ein teures Jahr für Autofahrer. Wer ein neues Auto kaufen wollte, musste lange warten und tief in die Tasche greifen. Die Analyse von AutoScout24 zeigt: Die Preise für Fahrzeuge stiegen in allen Segmenten und Kraftstoffarten auf Rekordniveau. Ein Neuwagen kostete 9 Prozent mehr als im Vorjahr, und für einen Gebrauchtwagen mussten 15 Prozent mehr bezahlt werden. Den größten Anstieg verzeichneten Elektroautos mit Preissteigerungen von 20 Prozent. Unter den Fahrzeugsegmenten wiesen Limousinen und Minivans mit jeweils 10 Prozent die höchste Inflation auf. Gleichzeitig ging das Fahrzeugangebot weiter zurück. Insgesamt wurden 8 Prozent weniger Fahrzeuge auf dem Online-Marktplatz inseriert als im Vorjahr. Andererseits geben der wachsende Trend bei den Inseraten ab der zweiten Jahreshälfte und die Zunahme des Angebots an Elektroautos, Mild-Hybriden und Plug-in-Hybriden Anlass zur Hoffnung.

«Es war ein weiteres herausforderndes Jahr für den Schweizer Automarkt. Die anhaltende Coronapandemie, Mikrochip- und Rohstoffengpässe sowie der Ukraine-Krieg hatten einen negativen Einfluss auf die Fahrzeugverfügbarkeit. Das reduzierte Fahrzeugangebot, gepaart mit steigenden Energiekosten sowie einer starken Inflation, katapultierte die Fahrzeugpreise 2022 auf ein neues Rekordniveau», fasste Maurice Acker, Director Business Customers bei AutoScout24, das vergangene Jahr zusammen. Gemäss der AutoScout24-Auswertung stieg beispielsweise der Preis eines Neuwagens deutlich an. Im Jahr 2022 kostete ein Neuwagen durchschnittlich 55’982 Franken. Das waren rund 4’800 Franken mehr als im Vorjahr, was einem Preisanstieg von rund 9 Prozent entspricht. Im gleichen Zeitraum stiegen die Preise für Gebrauchtwagen um ganze 15 Prozent auf durchschnittlich 30’415 Franken. Das waren fast 4’000 Franken mehr als im Vorjahr.
Gleichzeitig verschärfte sich das Fahrzeugangebot auf AutoScout24 weiter. Gemäss Auswertungen des Online-Marktplatzes wurden 2022 insgesamt rund 108’000 Neuwagen inseriert. Das waren rund 22’300 Fahrzeuge weniger als im Vorjahr, eine Reduktion um 17 Prozent. «Interessierte Käufer, die dringend ein Fahrzeug benötigten oder keine langen Wartezeiten in Kauf nehmen wollten, waren gezwungen, sich auf dem Occasionsmarkt umzusehen. Doch die weiterhin eingeschränkte Neuwagenproduktion führte auch dazu, dass weniger Leasingrückläufer und damit vergleichsweise neue Occasionen auf den Markt kamen», so der Autoexperte.
Ergo: Auch das Angebot an Occasionsfahrzeugen war deutlich knapper. Gemäss einer Analyse von AutoScout24 wurden 2022 insgesamt etwas über 653’000 Occasionsfahrzeuge inseriert. Das waren knapp 42’000 weniger als im Vorjahr (minus 6 Prozent). «Seit Juli 2022 verzeichnen wir jedoch wieder eine Zunahme an Inseraten, was für uns sehr positiv ist. Ganz zum Vorjahresniveau reichte es aber nicht mehr», kommentierte Acker die Angebotsentwicklung.

Wachstum bei Fahrzeugen mit alternativen Antrieben
Ein weiterer Hoffnungsschimmer ist die Zunahme des Angebots an Elektroautos, Mild-Hybriden und Plug-in-Hybriden. Im Jahr 2022 wurden rund 3’700 Elektroautos mehr auf dem Online-Marktplatz inseriert, was einer Zunahme von 14 Prozent entspricht. Bei Mild-Hybriden war der Angebotsanstieg mit rund 7’900 Fahrzeugen (plus 26 Prozent) sogar noch stärker. Die Inserate von Plug-in-Hybriden nahmen um etwa 660 Fahrzeuge zu, was einer Steigerung von 3 Prozent gleichkommt. «In den letzten Jahren zeigte die Kurve der inserierten Fahrzeuge mit alternativem Antrieb auf AutoScout24 nur in eine Richtung: nach oben. Vom Kleinwagen über Familienautos bis hin zu luxuriösen Sportwagen – der Markt für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben ist immer heterogener geworden und bietet den Konsumenten heute eine breite Palette an Fahrzeugen zur Auswahl», so Maurice Acker, der sich über die positive Entwicklung freut.
Obwohl die am häufigsten angebotenen Fahrzeuge auf AutoScout24 immer noch Benzin- oder Dieselfahrzeuge sind, wird ihr Anteil immer kleiner. Im Jahr 2022 wurden rund 443’600 Benziner inseriert. Das waren rund 40’300 Fahrzeuge weniger als im Vorjahr (minus 8 Prozent). Der prozentuale Rückgang war bei Dieselfahrzeugen sogar noch größer. Die Anzahl der angebotenen Dieselfahrzeuge sank im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent (minus 33’500 Fahrzeuge), sodass 2022 noch rund 188’800 Dieselfahrzeuge auf der Plattform angeboten wurden. Andere alternative Antriebssysteme wie Erdgas und Wasserstoff fristen auf AutoScout24 weiterhin ein Nischendasein: Insgesamt wurden 2022 1’100 gasbetriebene und 218 wasserstoffbetriebene Fahrzeuge auf dem digitalen Automarktplatz angeboten.

E-Autos geben beim Preis Gas
Betrachtet man die Preisentwicklung nach Kraftstoffart, so waren es 2022 vor allem E-Autos, die überproportional an Wert zulegten. Mit einem Durchschnittspreis von 55’013 Franken kosteten Elektroautos 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Wer einen Mild-Hybrid kaufen wollte, musste im vergangenen Jahr durchschnittlich 59’757 Franken bezahlen (plus 11 Prozent). Der Preis für Benziner stieg im gleichen Zeitraum um 9 Prozent auf durchschnittlich 30’939 Franken. Bei Plug-in-Hybriden betrug der Preisanstieg 7 Prozent (Durchschnittspreis 60’134 Franken).
Auch bei Diesel- und LPG-betriebenen Fahrzeugen gab es einen Preissprung. LPG-Fahrzeuge verteuerten sich um 6 Prozent auf durchschnittlich 14’438 Franken – Dieselfahrzeuge verzeichneten einen Preisanstieg von 5 Prozent (Durchschnittspreis 26’602 Franken). Die Angebotspreise von Vollhybriden waren vergleichsweise stabil (plus 2 Prozent, Durchschnittspreis 35’164 Franken).
Wasserstoffbetriebene Fahrzeuge waren die einzige Kategorie, bei der die Preiskurve 2022 nach unten zeigte. Während ein wasserstoffbetriebenes Fahrzeug im Vorjahr durchschnittlich 69’926 Franken kostete, sank der Durchschnittspreis auf 50’081 Franken (minus 19’845 Franken oder minus 28 Prozent).

Limousinen und Minivans mit dem grössten Preisanstieg
Betrachtet man die Fahrzeugsegmente, so ist die Angebotskurve ebenfalls überall rückläufig, während die Preiskurve nach oben zeigt. Den größten Ausschlag auf der Preisskala verzeichneten Limousinen und Minivans, die jeweils 10 Prozent teurer wurden als im Vorjahr (Limousinen: Durchschnittspreis 30’052 Franken / Minivans: Durchschnittspreis 18’608 Franken).
Andererseits sank das Angebot an Limousinen um 6 Prozent (minus 10’600 Fahrzeuge), während Minivans um 19 Prozent zurückgingen (minus 11’600 Fahrzeuge). Im Vergleich zum Vorjahr wurden Kombis 9 Prozent teurer. Im Jahr 2022 mussten dafür durchschnittlich 26’565 Franken bezahlt werden. Die Anzahl der auf AutoScout24 inserierten Kombis sank im letzten Jahr hingegen um 15’700 Einheiten (minus 13 Prozent). Die SUV-Preise stiegen um 8 Prozent auf durchschnittlich 42’877 Franken. Der Angebotsrückgang war jedoch weniger erheblich als in anderen Kategorien: Rund 3’500 SUVs weniger wurden inseriert, was einem Rückgang von etwa einem Prozent entspricht. Der Preisanstieg bei Kleinwagen war etwas moderater: Sie stiegen um 5 Prozent und kosteten durchschnittlich 14’341 Franken. Die Anzahl der angebotenen Autos sank hingegen um 12 Prozent (minus 15’300 Fahrzeuge).

Prognose fürs Jahr 2023: Preise weiterhin auf hohem Niveau
Werden die Preise für Fahrzeuge auch im neuen Jahr weiter steigen? Diese Frage klar mit «Ja» oder «Nein» zu beantworten sei zwar schwierig, dennoch wagt Maurice Acker eine Prognose: «Ich bin der Meinung, dass die Preise auf einem hohen Niveau bleiben werden, jedoch die weiteren Preissteigerungen moderater ausfallen, als in den vorangegangenen zwei Jahren. Wir sehen, dass Konsument:innen bei der Wiederbeschaffung eines Fahrzeuges vermehrt zögern und die Preise viel intensiver vergleichen als früher. Denn wer mit steigenden Kosten für Energie und Lebensmitteln konfrontiert ist, überlegt sich wohl zweimal, ob ein Autokauf nötig ist. Da entscheidet sich wohl der eine oder andere eher für die Reparatur des bestehenden Autos. Das wird wohl kurzfristig gesehen die Nachfrage etwas dämpfen. Mittelfristig betrachtet wird die allgemeine Teuerung weiterhin einen grossen Effekt auf die Fahrzeugpreise haben, zumal die Lieferketten der Autohersteller nach wie vor die Achillesferse der Industrie darstellen.»

Datengrundlage
Untersucht wurden die Angebotsdaten von Personenwagen vom Jahr 2021 (01.01. – 31.12.2021) und vom Jahr 2022 (01.01. – 31.12.2022) auf autoscout24.ch. Für die Preisanalyse wurden die Angebotsdaten einerseits nach Neu- und Occasionsfahrzeugen, nach Treibstoffarten sowie nach Fahrzeugart segmentiert.

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Artur Zazo

Senior Communications Manager & Media Spokesperson

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