Sprachregion bestimmt, ob Nachbar die Blumen giessen darf

Die Schweiz kennt ihre Nachbarschaft – 89 % aller Befragten haben dies in einer repräsentativen Umfrage von ImmoScout24 bejaht. Dabei bestätigen sich klassische Stereotype: Je älter, desto eher interessiert man sich für seine Nachbar:innen, kennt sie persönlich und trifft sie regelmässig. Und dann ist da noch die Frage nach dem Blumengiessen während den Ferien.

2024 verreisten in der Schweiz wohnhafte Personen im Schnitt 2.9 Mal mit Übernachtungen, davon beinahe zwei Drittel ins Ausland (Quelle: BfS). Dabei stellt sich häufig die Frage: Wer kümmert sich um Haustiere und Pflanzen während der Reisezeit? ImmoScout24 hat eine repräsentative Studie zum Thema Nachbarschaft durchgeführt und Antworten auf diese und weitere Fragen gefunden.

Deutschschweiz mit höchstem Vertrauen gegenüber Nachbar:innen 
So zeigt sich in den Umfrageergebnissen ein deutlicher Unterschied nicht nur zwischen den Geschlechtern, sondern auch zwischen den Sprachregionen, ob man seine Wohnung während Abwesenheiten den Nachbar:innen anvertraut, beispielsweise zum Blumengiessen. Während 51 % der befragten Frauen diese Frage eindeutig mit “Ja” beantwortet haben, sind es bei den Männern lediglich 40 %. Ähnlich verhält es sich bei ländlichen (51 % Ja) versus städtischen Gebieten (42 % Ja). Eindeutiger ist hingegen der Vergleich zwischen den Sprachregionen: So ist der Ja-Anteil in der deutschsprachigen Schweiz mit 52 % beinahe viermal höher als in der italienischsprachigen Schweiz (14 % Ja). Dazwischen reiht sich mit 31 % Ja-Anteil die französischsprachige Schweiz ein. Noch 2021 fiel dieser Unterschied nicht so deutlich aus, da sich die französisch- und italienischsprachige Schweiz auf ähnlichem Niveau bewegten*.

Herr und Frau Schweizer kennen ihre Nachbar:innen
Insgesamt kennen die befragten Personen – konkret 89 % – ihre Nachbar:innen persönlich. Gleichzeitig gaben 76 % an, dass sie sich für ihre Nachbar:innen interessieren. Der Anteil, der seine Nachbar:innen persönlich kennt, steigt mit dem Alter kontinuierlich an. Während es bei den 18- bis 29-Jährigen noch 81 % sind, legt dieser Anteil in der Altersgruppe ab 60 Jahren auf 96 % zu. Eine ähnliche Tendenz zeigt sich beim Interesse für die Nachbarschaft. Zudem interessieren sich Befragte in der deutschsprachigen Schweiz wesentlich mehr (80 % Ja) als in der französisch- oder italienischsprachigen Schweiz (je lediglich 66 % Ja) für die angrenzend wohnenden Menschen.
Interesse ist allerdings nicht gleichzusetzen mit Kenntnis. Während eine Mehrheit angibt, dass sie von allen Nachbar:innen wisse, ob sie Kinder (60 % Ja) oder Haustiere (51 % Ja) haben, trifft dies in Bezug auf die berufliche Tätigkeit nur auf 27 % der Befragten zu. Stattdessen gaben 17 % an, dass sie von keinem einzigen ihrer Nachbar:innen wissen, welche Tätigkeiten ihr Gegenüber ausübt.

Gibt es eine ideale Nachbarschaft?
Wie eine Nachbarschaft letztlich gelebt wird, respektive wie man sich eine solche vorstellt, ist individuelle Auslegungssache. Während nur 27 % aller Befragten angaben, dass sie täglich oder mehrmals pro Woche Kontakt zu ihren Nachbar:innen hätten, liegt der Anteil derer, welche sich unter einer idealen Nachbarschaft einen mindestens regelmässigen Austausch mit gegenseitiger Hilfe vorstellen, bei über 50 %. Unabhängig von der Realität oder der Idealvorstellung, in beiden Fällen zeigt sich insbesondere mit fortschreitendem Alter eine Verschiebung. Beim effektiven Kontakt erhöht sich der Anteil der Nachbarschaften mit einem mindestens wöchentlichen Austausch ab dem 60. Lebensjahr deutlich. Bei der Vorstellung, wie eine ideale Nachbarschaft auszusehen habe, zeigt sich diese Zunahme bereits ab 45 Jahren. 

Studiendesign
Die repräsentative Studie umfasst eine Online-Befragung von in der Schweiz wohnhaften Personen. Dazu wurden 1’264 Personen zwischen 18 und 84 Jahren in der deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Schweiz vom 12. bis 22. August 2025 befragt. Die Gewichtung erfolgte nach Alter, Geschlecht und Sprachregion.

*Priorisierung der Datenqualität: Während es sich auch 2021 um eine repräsentative Umfrage handelte, wurde diese mit einem anderen Umfrageinstitut als 2025 durchgeführt. Aufgrund der reduzierten Vergleichbarkeit wird daher nicht auf detaillierte Angaben daraus eingegangen.

Medienkontakt

Fabian Korn

Senior Communications Manager

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