Was wäre, wenn am 8. November 2025 niemand etwas Neues kauft? Genau das ist die Idee hinter dem Secondhand Day: Im Mittelpunkt steht das zweite Leben von Produkten – verkauft, weitergegeben oder repariert. Bereits zum sechsten Mal wird schweizweit gezeigt, dass Secondhand nicht nur ein Trend, sondern ein zentraler Baustein der Kreislaufwirtschaft ist. Wie die SMG Swiss Marketplace Group mit ihren Online-Marktplätzen Ricardo, tutti.ch und anibis.ch zu dieser Bewegung beiträgt – und warum Verantwortung und Wirkung dabei Hand in Hand gehen – erzählt Jessica List, Chief Corporate Officer der SMG, im Interview.
Jessica, warum ist der Secondhand Day mehr als ein Aktionstag?
Der Secondhand Day zeigt, was entstehen kann, wenn viele Akteur:innen gemeinsam Verantwortung übernehmen. Er schafft Sichtbarkeit, Reichweite und stösst einen Bewusstseinswandel an. Für die SMG ist der Tag eine Gelegenheit, diesen Wandel mitzugestalten. Mit Ricardo, tutti.ch und anibis.ch senken wir Hürden und machen nachhaltiges Handeln einfach, sicher und alltagstauglich. Gleichzeitig zeigen wir: Secondhand ist modern, inspirierend – und alles andere als verstaubt.
Um eine möglichst grosse Wirkung zu erzielen, braucht es jedoch beides: digitale Plattformen für Reichweite und einfache Prozesse – und lokale Initiativen, die Begegnungen schaffen. Das gelingt am Secondhand Day dank der Zusammenarbeit mit Initiant:innen wie myclimate, Circular Economy Switzerland, der Stadt Zürich und TWINT. Besonders wichtig sind aber die rund 700 sogenannten “Circular Heroes” – von Brockenhäusern über Vintage-Stores bis zu Repair-Cafés –, die Secondhand am Aktionstag in der ganzen Schweiz erlebbar machen.
Welche Wirkung erzielt Secondhand konkret – ökologisch, sozial, wirtschaftlich?
Secondhand hat eine messbare Wirkung: Im Avoided Emissions Report 2024 der SMG konnten wir aufzeigen, dass durch den Handel mit Secondhand-Produkten auf unseren Marktplätzen Ricardo, tutti.ch und anibis.ch im vergangenen Jahr über 71’000 Tonnen CO₂e gegenüber Neukäufen eingespart wurden. Das entspricht mehr als 28’000 Hin- und Rückflügen zwischen Zürich und New York oder der Stromversorgung der gesamten Stadt Zürich für rund 95 Tage. Diese Zahlen verdeutlichen, welche Klimawirkung Secondhand heute bereits hat und welch grosses Potenzial noch darin steckt. Denn je mehr Menschen Secondhand kaufen und verkaufen, desto stärker wird dieser positive Effekt.
Gleichzeitig entstehen soziale und wirtschaftliche Effekte: Menschen sparen Geld, Produkte bleiben länger im Umlauf und nachhaltiger Konsum wird zunehmend in der Gesellschaft verankert.
Wie fördern die Online-Marktplätze der SMG Secondhand im Alltag?
Unser Ziel ist, dass vor einem Neukauf zuerst an Secondhand gedacht wird – nicht als Alternative, sondern als erste Wahl. Damit das im Alltag funktioniert, müssen die Hürden so gering wie möglich sein – insbesondere durch eine grosse Produktauswahl sowie eine nutzerfreundliche und sichere Plattform.
Ricardo AI erleichtert beispielsweise die Suche nach passenden Artikeln und das Erstellen von Inseraten mit KI-unterstützter Foto-Analyse und Textvorschlägen, während Ricardo MoneyGuard rundum abgesicherte Online-Transaktionen gewährleistet. Zudem informieren wir gezielt über die positive Wirkung von Secondhand auf Klima und Gesellschaft, um Bewusstsein im Alltag zu schaffen. So wird “Secondhand first” selbstverständlich – und zu einem wichtigen Hebel für nachhaltigen Konsum.
“Act responsibly” ist ein zentraler Wert der SMG. Wie prägt er das Handeln des Unternehmens?
“Act responsibly” ist einer unserer Unternehmenswerte – und für mich persönlich ein Leitgedanke. Verantwortung heisst, nachhaltiges Handeln in allen Bereichen mitzudenken: in unseren Produkten, Prozessen und Entscheidungen. Dazu gehört auch Transparenz – etwa durch unseren Nachhaltigkeitsbericht 2024 oder den Avoided Emissions Report 2024. So sehen wir, was wir bereits erreicht haben und vor allem, woran wir weiter arbeiten müssen.
Verantwortung zeigt sich bei der SMG aber auch in der Art, wie wir Nachhaltigkeit strukturell verankern. Unsere Nachhaltigkeitsstrategie stützt sich auf vier Säulen: “Lead with integrity”, “Secure our digital future”, “Empower our employees” sowie “Drive positive impact”. Verantwortung ist für uns kein Projekt und auch keine Reportingpflicht, sondern eine Haltung, die unser Handeln als Unternehmen und als Mitarbeitende der SMG prägt.
Zum Abschluss: Warum lohnt es sich, am Secondhand Day mitzumachen?
Weil jede kleine Handlung zählt. Ob jemand etwas verkauft, kauft, repariert oder einfach anderen vom Secondhand Day erzählt – all das hat Wirkung. Gemeinsam zeigen wir, dass nachhaltiger Konsum Spass macht, verbindet und wirklich etwas verändert.
Der Secondhand Day ist ein Tag voller Inspiration und ein Anstoss, das ganze Jahr über bewusster zu handeln. Schau doch mal in deinem Keller oder Kleiderschrank nach: Was könnte ein zweites Leben verdienen? Es ist doch wunderbar, ein gut erhaltenes Stück, für das man selbst keine Verwendung mehr hat, in neue Hände zu geben – oder umgekehrt einen einzigartigen Schatz zu finden, den es nicht überall zu kaufen gibt. Wer Secondhand kauft, findet Unikate mit Geschichte statt Massenware, und genau das macht den Reiz aus.
Der Secondhand Day findet am 8. November 2025 statt. Mehr Informationen und alle teilnehmenden Partner unter www.secondhandday.ch
Über Jessica List

Jessica List ist seit März 2022 Chief Corporate Officer der SMG Swiss Marketplace Group und Mitglied des Executive Leadership Teams. In Ihrer Rolle verantwortet sie die Bereiche Corporate Sustainability, Corporate Communication & Public Affairs, Legal, Compliance & Data Protection, Human Resources und Investor Relations. Zuvor war sie bei Ringier AG Head of Group M&A and Strategic Projects, Mitglied der erweiterten Gruppenleitung und CFO Africa & Asia. Davor arbeitete sie in der M&A- und Equity-Capital-Markets-Beratung bei Leonardo & Co. sowie Sal. Oppenheim jr. Sie hat einen Bachelor in Business and Economics der Universität Basel und einen Master in Banking and Finance der Universität St. Gallen.




