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Auswertungen Occasionen 2021

TOP-15 bei Occasionen: Fast totale Dominanz deutscher Autohersteller

Nimmt man die Rangliste der fünfzehn meist inserierten Occasionsfahrzeuge genauer unter die Lupe, hatten die Modelle von deutschen Autokonzernen nach wie vor die Nase vorn. Der Volkswagenkonzern, Daimler und die BMW Group beanspruchten mit ihren Modellen gleich dreizehn von fünfzehn Plätzen für sich. Für Pierre-Alain Regali, Managing Director Automotive bei der SMG Swiss Marketplace Group, hat die hohe Dominanz deutscher Autohersteller unter anderem auch mit ihrem guten Ruf zu tun: «Deutsche Autokonzerne haben es in den vergangenen Jahren geschafft, sich ein Image für qualitativ gute und solide Fahrzeuge aufzubauen.» Hinzu kommt, dass die Leute in der Schweiz über die notwendige Kaufkraft verfügen, um sich die peisintensiven Fahrzeuge zu leisten.

Sortierung nach Mutterhaus 2021 Modell
Volkswagen VW Golf
VW Tiguan
Skoda Octavia
VW Polo
Seat Leon
Audi A3
Daimler Mercedes-Benz C-Klasse
Mercedes-Benz A-Klasse
Mercedes-Benz GLC
Mercedes-Benz E-Klasse
Mercedes-Benz CLA-Klasse
BMW BMW X1
BWM X3
Geely Holding Volvo XC60
Chrysler Automobiles Fiat 500
Abbildungslegende: Die 15 häufigsten angebotenen Occasionen 2021, aufgeteilt nach Mutterkonzern

Beide Appenzell am günstigsten und am teuersten​

Auch bei den häufigsten angebotenen Gebrauchtwagen (bis sechs Jahre) könnten sich die beiden Halbkantone Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden nicht stärker unterscheiden. Wie schon 2020 fand man die günstigsten Angebote im Kanton Appenzell Ausserrhoden (32‘763 Franken). Gleich nebenan im Kanton Appenzell Innerrhoden lagen die Angebote im Schnitt rund 14‘500 Franken höher (47‘305 Franken). Auf dem zweiten Rang der günstigsten Occasionsfahrzeuge folgte der Kanton Uri, die gebrauchten Fahrzeuge kosteten dort 34‘799 Franken. War 2020 in der Rangliste der Kanton Obwalden noch eher im Mittelfeld vertreten, schaffte er es letztes Jahr aufs Treppchen. Im Kanton Obwalden kosteten die Occasionsfahrzeuge im Schnitt 34‘840 Franken. Bei den teuersten folgten auf Appenzell Innerrhoden die Kantone Nidwalden (46‘973 Franken) und Neuenburg (45‘746 Franken).

Breite des Angebots, Mutterkonzern sowie Standort entscheidend

Schaut man sich das Angebot der drei günstigsten Kantone für Occasionsfahrzeuge genauer an, hatten sie nicht so eine üppige Auswahl, summiert etwa 400 Fahrzeuge. Davon waren fast zwei Drittel Modelle von Volkswagen. Danach folgten die zwei Modelle von BMW (siebzehn Prozent), die fünf Modelle von Mercedes-Benz (neun Prozent), der Volvo XC60 (sechs Prozent) und der Fiat 500 (fünf Prozent). Die Kantone Neuenburg, Nidwalden und Appenzell Innerrhoden verzeichneten hingegen ein breiteres Angebot: Es wurden insgesamt mehr als 1’100 Occasionen inseriert – also fast dreimal so viel wie in den drei Kantonen mit den günstigsten Angeboten. Auch bei den hochpreisigen Kantonen hatten die Modelle von Volkswagen die Nase vorn – sie machten mehr als die Hälfte des Angebots aus. Der Anteil von Mercedes-Benz war hingegen deutlich höher – er machte rund einen Drittel aus. Danach folgten die Modelle BMW sowie der Volvo XC60 mit je fünf Prozent und schliesslich der Fiat 500 mit vier Prozent. Natürlich ist es in der kleinräumigen Schweiz auch davon abhängig, wo die Händler ihre Standorte haben. Ist beispielsweise ein grosser Händler in Stans, ist das für Kund:innen von Ob- wie Nidwalden interessant. Statistisch gesehen wirkt es sich aber nur auf den Kanton Nidwalden aus.
Mutterhaus Modell Prozent
Volkswagen VW Golf 63%
VW Tiguan
Skoda Octavia
VW Polo
Seat Leon
Audi A3
Daimler Mercedes-Benz C-Klasse 9%
Mercedes-Benz A-Klasse
Mercedes-Benz GLC
Mercedes-Benz E-Klasse
Mercedes-Benz CLA-Klasse
BMW BMW X1 17%
BWM X3
Geely Holding Volvo XC60 5%
Chrysler Automobiles Fiat 500 6%
Abbildungslegende: Aufteilung der Occasionen in den preisgünstigen Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Uri und Obwalden nach Mutterhaus
Mutterhaus Modell Prozent
Volkswagen VW Golf 54%
VW Tiguan
Skoda Octavia
VW Polo
Seat Leon
Audi A3
Daimler Mercedes-Benz C-Klasse 31%
Mercedes-Benz A-Klasse
Mercedes-Benz GLC
Mercedes-Benz E-Klasse
Mercedes-Benz CLA-Klasse
BMW BMW X1 5%
BWM X3
Geely Holding Volvo XC60 5%
Chrysler Automobiles Fiat 500 4%
Abbildungslegende: Aufteilung der Occasionen in den hochpreisigen Kantonen Appenzell Innerrhoden, Nidwalden und Neuenburg nach Mutterhaus

Kilometerstand und Alter sind massgebend

Die in Appenzell Innerrhoden angebotenen Occasionsfahrzeuge waren zwar die teuersten, aber mit im Schnitt 28‘243 gefahrenen Kilometern noch am wenigsten auf den Strassen unterwegs. Hingegen hatten die Fahrzeuge im Kanton Appenzell Ausserrhoden mit einem Schnitt von 65‘421 gefahrenen Kilometer mit Abstand am meisten auf dem Tacho. «Im Prinzip lässt sich sagen: Je mehr Kilometer die Fahrzeuge auf dem Buckel haben, desto günstiger werden sie», hält Pierre-Alain Regali fest. Was bei einer vertieften Analyse des Angebots zudem auffällt: Im Vergleich zum Vorjahr wurden über alle Kantone hinweg Occasionsfahrzeuge angeboten, die einen weniger hohen Kilometerstand aufwiesen. Hinzu kommt, dass die Fahrzeuge im Vergleich zum Vorjahr jünger waren. In fast allen Kantonen waren die Fahrzeuge drei Jahre alt oder jünger. 2020 waren noch drei Viertel der Occasionen zwischen vier und fünf Jahre alt. Für Pierre-Alain Regali gibt es dafür eine einfache Erklärung: «Weil es 2021 aufgrund der Lieferengpässe im Halbleitermarkt an Neuwagen fehlte, waren bei den Kund:innen besonders junge Occasionen mit wenig gefahrenen Kilometern gefragt.» Hinzu kommt, dass aufgrund des Mangels an Neuwagen mehr Kund:innen ihr Leasing verlängerten, anstelle die Fahrzeuge nach fünf oder sechs Jahren einzutauschen. «Jene Modelle fehlen aktuell auf dem Occasionsmarkt. Das Angebot wird so künstlich jünger und weist Fahrzeuge mit weniger Kilometern auf», ergänzt Regali.

* Datengrundlage

Untersucht wurden für die Analyse die Daten vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021. Die Daten von AutoScout24 und Car For You wurden aggregiert, die Daten von MotoScout24 separat ausgewertet. Berücksichtigt für die Berechnungen wurden die Durchschnittspreise der jeweils fünfzehn am häufigsten inserierten Modelle – sowohl bei Neuwagen, bei Occasionsfahrzeugen (bei beidem Fahrzeugtyp Personenwagen) sowie bei Motorrädern. Bei den Neuwagen wurden die inserierten Modelle im Preissegment zwischen 1‘000 und 100‘000 Franken und einer Erstregistrierung ab 2021 berücksichtigt. Bei den Occasionsfahrzeugen wurden die inserierten Modelle im Preissegment zwischen 1‘000 und 100‘000 Franken, mit einem Kilometerstand von bis zu 411‘000 und bis zu einem Alter von sechs Jahren berücksichtigt. Bei den fünfzehn am häufigsten angebotenen Motorrädern wurden die neuen und die gebrauchten Fahrzeuge nicht separat analysiert.

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